Deutscher Gewerkschaftsbund

31.01.2017
Internationaler Frauentag

Bericht einer verfolgten Gewerkschafterin

Innenansichten der Türkei

Sakine Esen Yilmaz

HBS

Die türkische Regierung benutzt den gescheiterten Putsch vom 15. Juli 2016 als Vorwand, um gegen vermeintliche oder tatsächliche Oppositionelle eine "Hexenjagd" in Gang zu setzen und die willkürlichen Säuberungsaktionen täglich auszuweiten. Bislang wurden neben den am Putschversuch beteiligten Offizieren zehntausende Richter und Staatsanwälte, Polizeibeamte und Mitarbeiter von diversen Ministerien ohne Gerichtsverfahren entlassen. Dutzende Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie tausende Schulen und Stiftungen wurden geschlossen. Zehntausende Lehrer, Dozenten und Professoren wurden suspendiert. Journalisten, Gewerkschafter, Unternehmer und Oppositionspolitiker, darunter gewählte Abgeordnete und Bürgermeister, willkürlich verhaftet und zum Teil enteignet.

Wir Gewerkschafter/-innen können und wollen über diese Verletzungen der Menschenrechte nicht länger schweigen und laden anlässlich des internationalen Frauentages zu einer Solidaritätsveranstaltung mit den bedrängten und verfolgten Kollegen/-innen in der Türkei ein:

Donnerstag, 9. März 2017, 17:00 Uhr

Gewerkschaftshaus Essen, Karl-Wolf-Saal

Teichstr. 4, 45127 Essen

Als Gesprächspartner stehen uns dazu Sakine Esen Yilmaz, die Generalsekretärin der türkischen Bildungsgewerkschaft Egitem Sen sowie Yunus Ulusoy vom Zentrum für Türkeiforschung und Integration zur Verfügung.

Sakine Esen Yilmaz war von 2009 bis 2014 Referentin für Frauenfragen und ab 2014 Generalsekretärin der Bildungsgewerkschaft Egitim Sen. Bereits 2009 und 2012 wurde sie für ihr gewerkschaftliches Engagement mit Klagen überzogen und inhaftiert. Der GEW und Bildungsinternationalen gelang es zweitweise, diese Verfolgung in Grenzen zu halten.

 

Hinweis auf das Haus- und Versammlungsrecht:
Vor der Veranstaltung ausgeschlossen sind Personen, die neonazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, fundamentalistische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Auf §6 VersG wird ausdrücklich Bezug genommen. Die Veranstalter/-innen behalten sich ferner vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen, sollte es zu Störungen der Veranstaltung kommen. Das subjektive Bedrohungsgefühl kann dieses Kriterium erfüllen.


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