Deutscher Gewerkschaftsbund

14.04.2017

„Bildung. Weiter denken!“

Conny Schiemanowski, GEW Oberhausen

Cornelia Schiemanowski

Mit ihrer Initiative „Bildung. Weiter denken!“ setzt sich die GEW bundesweit für einen Kurswechsel in der Bildungspolitik ein. Denn nach wie vor gilt der Satz John F. Kennedys: „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung – keine Bildung.“

Wir erwarten auch in der MEO-Region Antworten, was Priorität für Bildung bedeutet. Von daher hat die GEW einen "Aufgabenkatalog" an die zukünftige Landesregierung zum Thema Bildung formuliert, der zu den unterschiedlichsten Bereichen unsere Bildungssystems unsere Vorstellungen einer auf die Zukunft ausgerichteten Bildungspolitik wiederspiegelt. Im Einzelnen:

BILDUNGSFINANZIERUNG
Auch in den Städten Mülheim, Essen und Oberhausen ist Bildung die wichtigste Ressource. Um die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems zu erhöhen, wird erheblich mehr in Bildung investiert.

FRÜHKINDLICHE BILDUNG
In einem neuen Kita-Gesetz wird eine solide und bedarfsorientierte Finanzierung festgeschrieben. Das Gesetz garantiert die Umsetzung wissenschaftlich begründeter Standards, ermöglicht deren Umsetzung innerhalb einer vielfältigen Trägerlandschaft und schafft die erforderlichen Rahmenbedingungen für die Beschäftigten.

GANZTAG
Der gebundene Ganztag für Schulen wird schrittweise auch in Mülheim, Essen und Oberhausen weiter ausgebaut. Für die offene Ganztagsschule werden gesetzliche Mindeststandards festgelegt, welche die Arbeits- und Lernbedingungen verbessern und eine tarifliche Bezahlung der Beschäftigten sicherstellen.

SCHULBEZOGENER SOZIALINDEX
Zur Bekämpfung der Bildungsarmut und zur Erhöhung der Bildungsgerechtigkeit wird ein schulbezogener Sozialindex für alle Schulen eingeführt. Dies ist gerade in den abgehängten Stadtteilen von Mülheim, Essen und Oberhausen dringend notwendig.

SCHULSTRUKTUR
Die Schulen in Mülheim, Essen und Oberhausen, die längeres gemeinsames Lernen ermöglichen, werden systematisch unterstützt und ausgebaut. Umstrukturierungsprozesse benötigen einheitliche landesweite Vorgaben und ausreichende Ressourcen. Das Gymnasium wird so gestaltet, dass eine in allen Schulformen gleich lange Sekundarstufe I mit einer flexiblen gymnasialen Oberstufe kombiniert werden kann.

INKLUSION
Die Inklusion erfordert eine bessere Unterstützung durch mehr Stellen für Lehrkräfte und für Beschäftigte anderer Professionen in multiprofessionellen Teams sowie Standards für eine gute räumliche und sächliche Ausstattung. Erfolgreiche Inklusion bedarf der landesweiten Vorgabe einheitlicher Qualitätsstandards für die sonderpädagogische Förderung.

INTEGRATION
Die Umsetzung des Rechts auf Bildung und die Integration aller Geflüchteten und Menschen mit Einwanderungsgeschichte erfordert mehr Personal in allen Bildungsbereichen und zugleich einen Ausbau der Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die zugewandert oder geflüchtet sind.

SCHULSOZIALARBEIT
Schulsozialarbeit ist eine Pflichtaufgabe des Landes. Schulsozialarbeit wird für alle Schulen ausgebaut; die Beschäftigten arbeiten auf unbefristeten Stellen. 

BESOLDUNG
Die Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern ist unabhängig von der Schulform. Das bedeutet Einstiegsamt A 13z für alle Lehrkräfte.

TARIF
Die Bezahlung der Tarifbeschäftigten in allen Bildungsbereichen wird substantiell verbessert. Das Land NRW übernimmt bei Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften dafür die Verantwortung.

HOCHSCHULE
Die Grundfinanzierung der Hochschulen wird langfristig gesichert und ausgebaut. Die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten werden auch durch Veränderungen in den Personalkategorien des Hochschulgesetzes verbessert. Zur Verbesserung der Studienqualität werden die Betreuungsrelationen substantiell verbessert und ein Sozialindex wird eingeführt. Für Daueraufgaben werden grundsätzlich Dauerstellen geschaffen.

ERWACHSENENBILDUNG
Die Angebote des Zweiten Bildungswegs auch in Mülheim, Essen und Oberhausen werden gesichert und ausgebaut. Für die gemeinwohlorientierte Weiterbildung ist eine auskömmliche Finanzierung im Bildungsetat des Landes NRW zu veranschlagen.

ARBEITSBEDINGUNGEN
In allen Bildungsbereichen haben die Arbeitsbelastungen zugenommen. Durch Absenkung der Arbeitszeiten und Verringerung der Arbeitsverdichtung wird dieser Entwicklung begegnet. Die Gesundheit der Beschäftigten wird geschützt und gestärkt.

DIGITALISIERUNG
Digitalisierung erfordert auch in Mülheim, Essen und Oberhausen in allen Bildungsbereichen eine sachgerechte Ausstattung mit datensicherer Hard- und Software, die umfangreiche Aus- und Fortbildung aller Beteiligten, freien Zugang sowie zusätzliches Fachpersonal für den Support.

LANDESANTIDISKRIMINIERUNGSGESETZ
Es wird ein Landesantidiskriminierungsgesetz beschlossen, um Diskriminierungen in allen Bildungsbereichen des Landes wirksam zu verhindern und Betroffenen Beschwerdewege zu öffnen.

MITBESTIMMUNG
Es ist gut, dass die Mitbestimmung bei der letzten Novellierung des Landespersonalvertretungsgesetzes deutlich gestärkt worden ist. Darauf aufbauend wird Mitbestimmung qualitativ weiter ausgebaut und verbessert.

AUSBILDUNG
Die Bedingungen in der Ausbildung für alle pädagogischen Berufe werden substantiell verbessert und deren Attraktivität damit gesteigert.

 

Cornelia Schiemanowski
GEW Oberhausen

Detaillierte Ziele der GEW-Initiative "Bildung. Weiter denken!"