Deutscher Gewerkschaftsbund

03.05.2017
Landtagswahl NRW

DGB-Mülheim: zukünftige Landesregierung muss sich für zukunftsfeste Renten einsetzen!

Der DGB- Mülheim wird die zukünftige Landesregierung daran messen, ob sie ihre Anstrengungen gezielt auf zukunftsfeste Renten ausrichten wird. DGB- Stadtverbandsvorsitzender Klaus Waschulewski: „Das auch in Mülheim drohende massive Rentenproblem kann abgewendet werden, wenn die Politik zügig und konsequent gegensteuert. Es ist ein Unding, dass wir immer länger arbeiten müssen und gleichzeitig immer niedrigere Renten beziehen. Die gesetzliche Rente muss zukünftig für ein gutes Leben reichen auch für die Mülheimer Bürger!“

Das Rentenzugangsalter in NRW steigt. 2015 lag es bei durchschnittlich 64,7 Jahren (2003 bei 63,1 Jahre). Das Rentenniveau jedoch ist stetig gesunken. Während 1990 noch 55 % erreicht wurden, liegt es bei weiterem Abwärtstrend derzeit nur noch bei 47,5 % des durchschnittlichen Jahresentgelts (Netto-Standardrente vor Steuern). Bis in die 2030er Jahre soll das Niveau nach derzeitigem Stand auf 43 % sinken. Der Mülheimer Rentner erhält derzeit eine durchschnittliche Rente von etwas über 1.100 Euro und die Rentnerin bekommt schon jetzt nur etwas über 550 Euro vor Steuern.

Klaus Waschulewski: „Es ist höchste Zeit für einen Kurswechsel! Bereits jetzt erhalten viele Rentner und vor allem Rentnerinnen nicht einmal das Grundsicherungsniveau von 773 Euro (2016). Daher muss das Rentenniveau gesichert und langfristig deutlich angehoben werden. Nur wenn wir die gesetzliche Rente stärken, können der Lebensstandard im Alter gesichert und wachsende Altersarmut verhindert werden!“

Die zukünftige Landesregierung muss sich daher aus Sicht des DGB dafür einsetzen, dass die Rentenbeiträge für Beschäftigte und Arbeitgeber schrittweise von heute 18,7 Prozent auf 22 Prozent im Jahr 2030 angehoben werden. Damit kann der Abwärtstrend des Rentenniveaus gestoppt und mittelfristig sogar eine Erhöhung erreicht werden. Darüber hinaus müssen prekäre Arbeitsverhältnisse konsequent zurückgedrängt werden.

Klaus Waschulewski: „Sichere und fair bezahlte Arbeit ist das beste Mittel gegen Altersarmut. Für diejenigen ohne Arbeit ist es vor diesem Hintergrund zwingend notwendig, bis zum Jahr 2020 landesweit in NRW 500.000 und davon in Mülheim rund 4.600 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu schaffen.“