Deutscher Gewerkschaftsbund

26.04.2017
Landtagswahl NRW

DGB-Essen: Neue Landesregierung muss sich für sichere und faire Arbeitsplätze engagieren

Einsatz für mehr sozialversicherte und unbefristete Arbeitsplätze auch in Essen fordert der DGB- Stadtverbandsvorsitzende Dieter Hillebrand von der zukünftigen Landesregierung.

Nach der im Februar veröffentlichten Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es im Juni 2016 in Essen 238.374 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Bis zum Jahr 2020 sollte es nach Ansicht des DGB möglich sein, 500.000 NRW- Landesweit und davon rund 19.000 zusätzliche sozialversicherungspflichte Arbeitsplätze in Essen zu schaffen. Um dieses Ziel erreichen zu können, müssten auch in Essen vorhandene Potentiale ausgeschöpft werden.

Dieter Hillebrand: „Allein bei einer Umwandlung von nur 10 % der Minijobs sind zusätzlich rund 5.100 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Essen möglich. Bei einem weiteren vorantreiben der notwenigen Gleichstellung zwischen Mann und Frau in der Arbeitswelt und einer zusätzlichen Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit in Essen auf das Bundesniveau würden weitere rund 12.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigungsverhältnisse geschaffen.“

Gegen Lohndumping durch Leiharbeit, Werkverträge und Minijobs muss vorgegangen werden. Die zukünftige Landesregierung muss sich nach Auffassung des DGB dafür einsetzen, dass Minijobs ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig zu stellen sind und auf ein gesetzliches Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit hinwirken. Die Gleichstellung zwischen Mann und Frau muss in der Arbeitswelt weiter vorangetrieben werden. Flexiblere Arbeitszeitmodelle und eine gezielte Frauenförderung sind wichtige Schritte hin zu mehr Gleichberechtigung.

Der DGB begrüßt die geplante Schaffung eines zusätzlichen sozialen Arbeitsmarktes in Essen, der unbefristete Beschäftigung ermöglichen soll. Dieter Hillebrand: "In Essen leben derzeit über 14.636 Langzeitarbeitslose. Ein sozialer Arbeitsmarkt kann diesen Menschen über dauerhafte, unbefristete Beschäftigung wieder eine Perspektive geben."