Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 18-002 - 07.02.2018

DGB unterstützt Betriebsratswahlen in Mülheim

Auf Einladung des DGB-Stadtverbandes Mülheim fand ein Pressegespräch zu den momentan laufenden Betriebsratswahlen statt. Gewerkschaftsvertreter sowie zwei Betriebsratskandidatinnen standen dabei Rede und Antwort, um Ihre Argumente für die Einrichtung von Betriebsräten und ihre persönliche Motivation zur Kandidatur zu erläutern sowie die Rahmenbedingungen für die betriebliche Arbeit zu beleuchten. Dabei legte der DGB-Stadtverbandsvorsitzende ein besonderes Augenmerk auf die befristeten Beschäftigungsverhältnisse, die viele davon abhielten sich im Betriebsrat zu engagieren. „Das Schüren von Hoffnung auf eine Entfristung schadet dem Mitbestimmungs- und Demokratieverständnis im Betrieb.“, so der DGB-Stadtverbandsvorsitzende Klaus Waschulewski.

Maurike Maaßen ist Betriebsrätin beim „Netto Marken-Discount“. Sie berichtet von den Schwierigkeiten der Beschäftigten, welche ihr Engagement als Betriebsrätin jeden Tag aufs Neue erforderlich macht und die nicht vor ihren freien Tagen halt machen: „Kolleginnen rufen mich an, weil unangemeldete Personalgespräche geführt werden, Testkäufe provozieren Abmahnungen oder Dienstpläne und Arbeitsanweisungen entsprechen nicht den Vorgaben. Die Liste ließe sich verlängern und zeigt mir wie wichtig ein Betriebsrat ist, der sich schützend vor die Kolleginnen stellt.“ Denn gerade im Einzelhandel ist der Druck auf die vielfach in Teilzeit oder Minijobs beschäftigten Frauen riesengroß, die Angst um ihren Job haben. Dies bestätigt auch Isabella Hillig, die für den Handel zuständige verdi-Gewerkschaftssekretärin: „Betriebsräte haben die Möglichkeit gestaltend Einfluss auf die Arbeitsorganisation, auf Schicht- und Urlaubspläne zu nehmen, hier nehmen sie eine wichtige Schutzfunktion für die Beschäftigten ein.“

Von anderen aber auch ähnlichen Problemstellungen berichtet Nathalie Kowalski, Betriebsrätin im Siemens-Werk. Sie macht im Gespräch ebenfalls deutlich, dass es dem Betriebsrat wichtig sein muss, einen guten Draht zu den Beschäftigten zu haben, um alle Sorgen und Nöte aufzunehmen und diese im Dialog mit der Geschäftsleitung effektiv zu beseitigen. Kowalski: „Uns ist vor allem an einer zukunftsweisenden Strategie für unsere Kolleginnen und Kollegen gelegen. Sie brauchen berufliche Sicherheit um ihr Leben planen zu können. Dafür setzen wir uns in den nun laufenden Gesprächen mit Siemens ein.“ Die besondere Vertrauenssituation der Beschäftigten in ihre Betriebsräte wurde auch vom IG Metall-Gewerkschaftssekretär Chris Günther hervorgehoben: „Eine höhere Beteiligung als an den Betriebsratswahlen gibt es bei keiner anderen Wahl, im bundesschnitt über 76%. Das zeigt, wie wichtig den Beschäftigten eine gute Vertretung ihrer Interessen im Betrieb ist.“

Daneben gab es noch allgemeine, organisatorische Fragen zu den BR-Wahlen wie zum Beispiel welche Betriebsgröße Voraussetzung zur Wahl ist, wer zu den Wahlen aufruft und welchen Nutzen Unternehmen, die einen Betriebsrat besitze, haben.

Regional begleitet werden die diesjährigen Betriebsratswahlen seitens der DGB-Region u.a. mit einer Facebook-und Internet- Kampagne, weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Region unter: http://muelheim-essen-oberhausen.dgb.de/betriebsratswahl

 


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