Deutscher Gewerkschaftsbund

07.09.2021

Rückblick zum Antikriegstag in Oberhausen

Am 01.09.2021 an der Gedenkhalle Oberhausen.

Rede zum Antikriegstag 2021

Antikriegstag am Tag 82 Jahre nach dem Überfall auf Polen. Dem Ausgangspunkt für den letzten globalen Krieg.

Oder ist das eine falsche Wahrnehmung?

Sind wir nicht im Jahr 2021 wieder an mehreren Fronten in einen globalen Krieg gestolpert und merken es nicht oder wollen es nicht wahrnehmen.

Herrscht nicht ein globaler Handelskrieg geführt mit der Waffe der Materialverknappung?

Herrscht nicht ein globaler Krieg in der digitalen Welt mit den Mitteln der Fakenews, Wahlbeeinflussungen und Hackerangriffen?

Herrscht nicht ein menschenvernichtender Krieg gegen uns selbst und unsere natürliche Umwelt?

Wachsen da nicht Konfliktfelder heran, die immer auch in lokalen Kriegen münden werden, in Flüchtlingswellen, in Abgrenzungsdiskussionen, im Wiedererstarken des Nationalen in Kontrast und Abgrenzung zum anderen in einer globalisierten, multikulturellen Welt.

Herrscht da nicht immer noch ein Krieg der Armen gegen die Reichen messbar gemacht durch Impfquoten, die ungerechter nicht verteilt sein könnten?

Manchmal beschleicht uns im Jahr 2021 das Gefühl, dass wir uns längst wieder in einem globalen Krieg mit vielen Fronten befinden.

Die deutsche Marine schickt ein Schiff in das südostasiatische Meer, weil die Chinesen ihre Militärmacht dort ausbauen.

Joe Biden droht offen mit einem heißen Krieg, wenn man die „kalten“ digitalen Angriffe nicht einstellt.

Findet der Antikriegstag 2021 mitten im Krieg statt? In einem Krieg, der vielleicht nur anders aussieht.

Wie auch immer man die aktuelle Situation bewertet: Nutzen wir den Tag, den Moment und schauen wir in die Vergangenheit und auf die Gegenwart um die Zukunft zu gestalten, denn die gestalten wir alle und wir tun das gerade jetzt durch unsere Entscheidungen.

Der Überfall auf Polen ging von einer Politik aus, die geglaubt hat man sei anderen überlegen. Lernen wir daraus, dass wir Menschen aller Hautfarbe, in allen Ländern gleichwertig sehen und behandeln. Das würde aber bedeuten, dass wir Lebensverhältnisse angleichen. Lebenswürdigeres Leben in vielen Ländern erst ermöglichen. Den weltweiten Lebensstandard anpassen. Anpassen aneinander und an die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen. Klimapolitik ist Friedenspolitik und übrigens auch Selbstschutz, wenn man das als Argument für den eigenen Verzicht braucht. Da muss man nur auf die Bilder der Naturkatastrophen weltweit blicken. Fragen sie mal im Ahrtal nach dem Klimawandel und ob wir genug dafür getan haben oder tun. Ich vermute, dass sie heute eine andere Sicht auf diese Fragen erleben werden als vor Kurzem noch.

Krieg hat immer nur Verlierer hervorgebracht – auf allen Seiten.

Der Überfall auf Polen war der Ausgangspunkt für einen globalen Krieg, aber dessen Ende und die darin gemachten Erfahrungen waren auch Ausgangspunkt für weltweite Zusammenarbeit, für Kennenlernen, für den Blick auf den anderen Menschen, …

 

Die Welt ist globalisiert und unsere Rettung kann nur global erfolgen. Ein Virus verbindet uns über Grenzen hinweg in der Erfahrung der Verletzlichkeit der menschlichen Spezies. Aber unsere Wissenschaft begründet eine weltweite Hoffnung auf eine Überwindung dieser Krise.

Wir haben in Afghanistan versucht mit militärischer Macht ein Land zu ändern. Das Ergebnis sehen wir heute, kurz nachdem wir den Druck verringert haben. Militär ist keine dauerhaft tragfähige Lösung, wenn man die Köpfe nicht nachhaltig erreicht. Dafür muss man denken, überzeugen, verhandeln, erkennen und lernen, dass wir letztlich nur gemeinsam die großen Herausforderungen meistern können.

Manchmal fehlen uns vor dem Hintergrund der weltweiten Entwicklung die Worte. Daher schenke ich einen Teil meiner Redezeit denjenigen, die das ausbaden müssen, was wir gerade tun oder auch nicht tun, sondern was wir gerade versäumen. Es gab eine Generation, die nach dem zweiten Weltkrieg der Kriegsgeneration immer wieder die Frage vorgehalten hat: „Warum habt ihr denn nichts unternommen?“. Vielleicht wird diese Frage auch unserer Generation wieder gestellt, wenn wir nicht bald wirklich ernst machen mit dem Frieden gegenüber der Schöpfung und dem Frieden untereinander, mit der Kooperation und Zusammenarbeit. Ich werde  jetzt schweigen  und denen zuhören, die uns diese Frage vielleicht bald stellen werden. Sie werden merken, dass die jungen Menschen immer zwei gleiche Satzanfänge als Ausgangspunkt genommen haben. Hören Sie genau hin. Es kommen Aufträge auf uns alle zu….

 

1.      Talia

Krieg ist unfair.

Ich will, dass ihr uns berücksichtigt.

Krieg tut jedem und allen weh.

Ich will, dass ihr uns anhört.

Krieg ist die Kommunikation der Dummen.

Ich will, dass ihr lernt ohne Gewalt zu kommunizieren.

 

2.      Kian

Krieg muss gestoppt werden.

Ich will, dass Taten geschehen und nicht nur gesagt wird, wie schlimm Krieg ist.

Krieg herrscht überall.

Ich will, dass ihr mehr macht als nur zusehen.

Krieg in Afghanistan.

Ich will, dass ihr das Land stabilisiert und die Menschen rausholt und nicht als erstes befürchtet, dass sich 2015 wiederholt.

 

3.      Nathalie

Krieg bedeutet immer Verlust für jede Kriegspartei. Ein Verlust an Möglichkeiten, aber vor allem ein Verlust an Menschenleben.

Ich will, dass ihr euch für die Interessen und für die Welt der nachkommenden Generation einsetzt und an unsere Zukunft denkt. Trefft eure Entscheidungen zukunftsorientiert, sonst leiden irgendwann eure Enkel und Urenkel an euren getroffenen Entscheidungen.

 

4.      Fabian

Krieg verletzt Grundwerte, Krieg verletzt Menschenrechte.

Ich will, dass ihr Menschen helft anstatt gegen sie zu kämpfen, egal aus welchem Land sie kommen oder welche Religion oder Hautfarbe sie haben.

 

5.      Jenni

Krieg ist schrecklich und Krieg ist überall.

Ich will, dass ihr menschengemachte Probleme nicht einfach hinnehmt, sondern sinnvolle Wege zur Lösung sucht und geht. Völlig egal, wie weit der Weg sein sollte und wie lange es dauert.

6.      Lena

Krieg führen wir an vielen Stellen.

Ich will, dass ihr kämpft. Ich will, dass ihr gegen Ungerechtigkeiten vorgeht. Ich will, dass ihr der Klimakrise etwas entgegensetzt. Ich will, dass ihr aufsteht und endlich etwas tut und nicht nur davon redet.

 

7.      Ina

Krieg tötet Unschuldige.

Ich will, dass ihr Verantwortung übernehmt. Ich will, dass ihr wählen geht. Ich will, dass ihr für diejenigen laut werdet, die keine Stimme haben. Ich will, dass ihr aktiv werdet.

 

8.      Thusara

Krieg ist unnötig.

Ich will, dass Konflikte friedlicher gelöst werden.

Krieg bedeutet Not für die Menschen.

Ich will, dass die Menschen in Sicherheit und Frieden zusammenleben.

Krieg ist schwer zu beenden.

Aber ich will, dass die Menschheit dem Krieg ein Ende setzt.

 

9.      Lilli

Krieg ist, wenn das Leid und die Verzweiflung der Menschen für Macht instrumentalisiert werden und eben diesen Menschen ihr Recht auf eine Existenz abgesprochen wird.

Ich will, dass ihr, die ihr die Vergangenheit und ihre Konsequenzen, wie Ursachen kennt, so handelt, dass wir uns nicht vor einem Krieg fürchten müssen.

 

10.   Johannes

Krieg ist, wenn die Menschlichkeit verloren geht.

 

ALLE NACH VORNE – RECHTS UND LINKS NEBEN DAS STEHPULT

 

Ich will, dass ihr eure Menschlichkeit nie aus der Hand gebt und euch klar für die Dinge positioniert, die zentral sind in unserem Miteinander.

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