Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 053 - 24.05.2013

DGB: Job-Verlust in Oberhausen führt häufig zu Armut

2.083 Beschäftigte in Oberhausen sind nach Berechnungen der DGB-Region Mülheim-Essen-Oberhausen nach Verlust des Jobs direkt ins Hartz IV-System gerutscht. Sie mussten Hartz IV-Stütze bereits bei Eintritt der Arbeitslosigkeit beziehen, obwohl sie zuvor Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt hatten. Die Zeit ihrer Berufstätigkeit hat aber nicht ausgereicht, um Ansprüche auf Arbeitslosengeld aufbauen zu können; andere haben so schlecht verdient, dass sie ergänzend zum Arbeitslosengeld auf Hartz IV angewiesen sind. Der Weg vom Beschäftigten zum Hartz IV-Empfänger ist für viele sehr kurz geworden.

In Oberhausen ist diese Abwärtsspirale nach Einschätzung der DGB-Region besonders ausgeprägt. Bereits ein Drittel der Beschäftigten, die sich im vergangenen Jahr neu arbeitslos melden mussten, waren auf staatliche Stütze in Form von Hartz IV angewiesen. „Das Sicherungsnetz der Arbeitslosenversicherung ist äußerst grobmaschig geworden, weil viele bereits bei eintretender Arbeitslosigkeit hindurch fallen“, so der DGB-Regionsvorsitzende Dieter Hillebrand.

Bundesweit waren es 2012 rund ein Viertel der Beschäftigten, die nach einem Arbeitsplatzverlust direkt ins Hartz IV-System rutschten, gegenüber einem Drittel der Betroffenen in Oberhausen. Der Eintritt in Arbeitslosigkeit führt damit in Oberhausen weit häufiger und schneller direkt in Armut als im Bundesschnitt insgesamt. Diese Entwicklung ist aus gewerkschaftlicher Sicht erschreckend und macht gesetzliche Korrekturen notwendig.

Aber auch zwischen den einzelnen Branchen zeigen sich in Oberhausen deutliche Unterschiede. Niedriger als in anderen Branchen ist das Risiko in der Industrie. Ein Fünftel der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe der Stadt, die 2012 den Job verloren haben, mussten staatliche Fürsorgeleistungen beziehen. Im Gastgewerbe steigt die Hartz IV-Bedürftigkeit bereits auf ein Drittel derjenigen, die den Job verloren haben.

Bedrückend ist das Armutsrisiko aber insbesondere im Verleihgewerbe. Fast 40% aller Leiharbeitskräfte, die 2012 den Job verloren haben, mussten Hartz IV beantragen und sich vor den Behörden weitgehend „finanziell“ ausziehen. Leiharbeitskräfte verlieren folglich nicht nur weit häufiger den Job als in der Industrie, sondern sind zugleich weit häufiger nach Jobverlust auf Hartz IV angewiesen.

Der DGB hält es für dringend erforderlich, den sozialen Schutz der Arbeitslosenversicherung wieder zu verbessern. Prekär Beschäftigten müsse ein besserer Einstieg in den Versicherungsschutz sowie zur Arbeitsförderung eröffnet werden.

Zum bis Februar 2006 geltenden Recht sollte wieder zurückgekehrt und ein Versicherungsanspruch von zumindest sechs Monaten nach Beitragszeiten von drei Jahren eröffnet werden. Das Hartz IV-System könnte wirksam entlastet sowie befristet und prekär Beschäftigte sozial besser abgesichert werden. „Indirekt werde damit auch die Stadt Oberhausen entlastet, welche die Wohnkosten für arbeitslose Hartz IV-Empfänger übernehmen müsse“, so Hillebrand

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